Widerstand erreicht Bayern

Lieber Leserbriefschreiber! Ich bin zum Wutbürger mutiert. Ich kann Ihren Appell in der Landshuter Zeitung vom 4.12.2013 voll und ganz unterstützen: „Man kann nur hoffen, dass entweder die Bürger zu Wutbürgern werden, die Landwirte umdenken, oder dass die Gemeindevertreter auch wirklich die Interessen der Öffentlichkeit vertreten. Ansonsten kann diese Fehlentwicklung nicht gestoppt werden.“

Es darf einfach nicht wahr sein, dass die Schadensverursacher aus der Agrarindustrie (Nitrat), in diesem speziellen Fall geht es um das Hohenthanner Trinkwasser, nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Wenn ein neuer Brunnen, wegen hoher Nitratbelastung gebaut werden muss, sind Millionen Euros fällig. Und diese Kosten werden mir nichts dir nichts auf die Trinkwasser-Kunden abgewälzt.

Wintertollwood 2013

Wintertollwood 2013

Inzwischen rückt der Widerstand „Gegen Massentierhaltung“ Richtung Bayern. Auf dem Tollwood Festival in München werden die Besucher gezielt auf die Missstände in der industriellen Landwirtschaft hingewiesen. Im „Stall“ kann sich jeder Mensch informieren, was sich in der Landwirtschaft der Investoren – und eben nicht der familiären Bauern – abspielt. Beeindruckend, im wahrsten Sinne „bedrückend“ sind die gezeigten Filme und Fotos.  Auch darüber habe ich mich mit einigen Leuten im  „Café Bad Connection“ unterhalten.

Ich habe das Gefühl, die Menschen fangen ernsthaft an nachzudenken: Was esse ich eigentlich und vor allem, wo kommt dieses Essen her. Ich habe das Gefühl, dass vor allem die jungen Leute die treibende Kraft darstellen, damit artgerechte Nutztierhaltung in der Landwirtschaft auch wirklich artgerecht ist. Mich erinnert das stark an die 68er Jahre. Damals ging auch ein Ruck durch die Gesellschaft als die Jugend aufbegehrte. Mich hat es geprägt. Als Kriegsdienstverweigerer spürte ich damals den Missmut eines großen Teils der Bevölkerung gegen Andersdenkende. So ähnlich fühle ich jetzt auch. Wer gegen Massentierhaltung protestiert wird  als Spinner abgestuft. Damals war es ähnlich. Andersdenkende und Querdenker wurden als Systemstörer dargestellt.

Wintertollwood 2013

Wintertollwood 2013

Ich hoffe der Protest gegen Massentierhaltung und Agrarindustrie nimmt ähnliche Formen an wie damals der Protest gegen die Atomindustrie.

Mein Wunsch an den Weihnachtsmann: Gib den Menschen die Erleuchtung dass Tiere (auch Nutztiere) gerecht behandelt werden müssen.

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3 Kommentare auf “Widerstand erreicht Bayern”

  1. Kapser sagt:

    Dran bleiben . In Kumhausen ist ja der naechste Stall genehmigt worden. Hoffentlich formiert sich da auch eine Initiative. Die Preissenberger habens aus der Zeitung erfahren. WIE IMMER. ALLES GUTE.

  2. Agnes Poor, BI Genug Ist Genug sagt:

    Hallo liebe Mitstreiter,

    auch wir in Moosthann kämpfen gerade gegen den Bau einer Hähnchenmastanlage mit 2 Ställen á 39.000 Mastplätzen, macht fas 80.000.
    Auch wir haben zufällig erfahren, dass Martin Wimmer Flächen für einen Gesamttierbestand von 882 Zuchtsauen- und 4.392 Ferkelaufzuchtplätzen auf dem Grundstück Fl.Nr. 3335 der Gemarkung Martinshaun, Gemeinde Essenbach beantragt.
    Vielleicht sollten wir auch mal eine Black List veröffentlichen, mit allen Antragstellern und den Daten zu deren Vorhaben, wie Größe, Lage, Gemeindezugehörigkeit. Oft sind die ja nur lokal bekannt. Die Namen erscheinen ja in den Anträgen auch öffentlich.

  3. impuls sagt:

    Liebe Frau Poor,
    eine Black List ist nicht unbedingt notwendig. Ein Klick auf die Webseite des Landratamt Landshut, Menüpunkt Amtsblatt genügt. Jeder Bauantrag wird dort veröffentlicht.

    mit den besten grüßen aus Kumhausen
    Robert Burkhardt

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